Tafelrunde 1

WARUM DENKEN TRAURIG MACHT hat der jüngst 90 Jahre alt gewordene George Steiner 2005 in zehn kurzen Essays zu begründen versucht. Er untersucht darin die unterschiedlichen Vorgänge des Denkens, die Grenzen und Gefahren desselben und die Unmöglichkeit, das Denken der Nebenmenschen auch nur annäherungsweise zu erfassen.
Entlang seiner scharfsinnigen Überlegungen führt dieses mehr Wirrnis denn Klarheit schaffende Nachdenken über das Denken unentrinnbar in die Traurigkeit, Melancholie, Schwermut, Verzweiflung und Betrübnis.

Bei unserer Veranstaltung werden drei der zehn Kapitel zu Gehör gebracht – gelesen von Ines Molfenter. Hans-Peter Jahn spielt aus den Suiten Nr. 1, Nr. 3 und Nr. 6 für Violoncello-solo von Johann Sebastian Bach jeweils das Prélude, im Kontext mit auskomponierten Improvisationen zu den Tonarten C-dur und D-dur.

Johann Sebastian Bach ist für George Steiner das Elysium konstruktiven Denkens, ein Denken, das Kraft der geordneten Strukturen über das Musikalische Wege ins Transzendente und nicht gedachte Gedachte ermöglicht... als ein Denken in transformierte sprachlose und begriffslose Wirksamkeit. Nach diesem Zusammenspiel aus Musik und Text wird sich beim gemeinsamen Speisen und Trinken – so hoffen wir – die Gelegenheit ergeben, über das Gehörte ins Gespräch zu kommen.

Zum Prozedere: Verbindliche Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Ticket für einen Abend, inkl. Speisen und Getränke: 23 €

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