Mark Thompson, Birte Horn – The dark side of the room

Räume und räumliche Situationen können die unterschiedlichsten Eindrücke hinterlassen. Bei Mark Thompson und Birte Horn fallen die künstlerischen Verarbeitungen „dark“ aus: dunkel, düster, undurchsichtig und/oder unklar. Natürlich weckt der Ausstellungstitel „The dark side of the room“, der ab dem 18. September (Eröffnung ab 19 Uhr) die beiden malerischen Positionen Horn/Thompson in der Galerie „Schacher – Raum für Kunst“ erstmals zusammen bringt, Assoziationen an das 1973 erschienene Konzeptalbum „The dark side of the moon“ von Pink Floyd. Die Exponate und die Songs verbinden die Methode der Collage und die surreale Aufarbeitung des Gesehenen und Erlebten.

Sowohl Birte Horn als auch Mark Thompson haben ein Faible für Rätselhaftigkeit und für eine Facettierung von Architektur- und Landschafs-Motiven.

Beim „Artist Talk“ am Samstag, den 19. September, können beide Künstler zu ihren künstlerischen, literarischen und musikalischen Einflüssen befragt werden.

Birte Horn (1972 geboren in Düsseldorf, lebt und arbeitet in Ulm) lässt Architektur- und Objekt-Fragmente wie Raumschiffteile schwerelos durch eine nicht weiter definierte Bildfläche schweben und überlagert und verschachtelt vermeintliche Balkone, Fenster, Rampen und Raumpfeiler zu Gebäuden und architektonischen Assemblagen. Teils überlagern Farbnebel und monochrome Flächen die dekonstruierten Wirklichkeiten. Akkurat auf die Leinwände genähte Partien erweitern die Bilder auch real in die dritte Dimension und machen sie zu Wandskulpturen.

Mark Thompson (auch 1972 geboren, in Peterborough/GB, lebt auf Neufundland/Kanada) vereint Architekturmerkmale des Barock und der Gotik mit Stimmungen der Romantik. Sein dicker, freier, ungezügelter Auftrag der Ölfarben und Lacke ist wiederum zeitlos und individuell. Gerade im Corona-Zeitalter ziehen die menschenleeren, aber stimmungsvollen Räume und Landschaften den Betrachter emotional in den Bann und wühlen ihn/sie auf. Schneeartige Flächen bedecken Zeichen der Zivilisation. Der harschen Landschaft trotzende Häuschen können als Hoffnungsschimmer interpretiert werden. Bei beiden Künstlern verlängert die Dramaturgie des Sich-im-Bild-Zurechtfindens das Vergnügen der Bild-Rezeption.

Sowohl Birte Horn als auch Mark Thompson berufen sich auf Selbst-Gesehenes und In-Gedanken-Erlebtes, befreien sich aber von allzu engen Vorstellungen der Realität. Die Exponate verlangsamen unseren Blick und beschleunigen unsere Fantasie.

Ergänzend sind im Galerie-„Projektraum“ architektonische Gemälde, Skulpturen und Objekte von Jan Jansen, Jürgen Oschwald, Uli Gsell und Christian Seybold (neu im Programm) zu sehen.

Eröffnung: Freitag 18. September 2020, 19 Uhr
Galerienrundgang art alarm: Sa 19.9., 11-21 Uhr; So 20.9., 11-18 Uhr Artist Talk (in englisch und deutsch): Sa 19.9.2020, 15 Uhr

Ort: Schacher – Raum für Kunst

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