Kerstin Forster / Fluss und Gedächtnis

Die Malerin Kerstin Forster wanderte 2003 von München entlang der Isar bis zu deren Quelle im Karwendel – 140 Kilometer weit. Alle sieben Kilometer malte sie ein Bild der Flusslandschaft.

20 Stationen. 20 Blicke auf eine sich verändernde Landschaft. 20 Standpunkte.

Der geradezu absurd wirkende Aufwand – sowohl den Fußmarsch betreffend, als auch die Erstellung der Bilder – war schon vor 16 Jahren eine Antihaltung zur Beschleunigung von touristischer Landnahme. 

Man stelle sich einen Reisebus vor, der alle sieben Kilometer an einer Aussichtsplattform anhält und die Schar der Smartphoneknipser austreten lässt. Deren Bildbeute ist sicher umfangreicher und mimetischer (also hinsichtlich des Zwecks „besser“), zugleich aber nicht nur wegen der JPEG-Komprimierung, sondern auch wegen des Fehlens eines persönlichen Übertragungsprozesses, der den ganzen Menschen körperlich wie sinnlich und geistig fordert, verlustbehaftet.

Nun hat Kerstin Forster diese feinfarbigen, kleinformatigen „Momente“ auf Einladung von Palmer im GALERIENHAUS 3.0 wieder aus verschiedenen Lagerstätten zusammengetragen und dabei eine Lücke von sechs Stationen feststellen müssen. Bilder wurden verkauft oder müssen als verschollen abgeschrieben werden. Diese Lücken hat die Malerin durch Neuinterpretationen in Grisaille ersetzt.

 

16. März – 4. Mai 2019 / Di–Fr 14–19 Uhr, Sa 11–16 Uhr und nach Vereinbarung
Klanginstallationen in der langen Nacht der Museen am 23. März von Jürgen Palmer

Finissage mit Katalogpräsentation: Samstag, 4. Mai, 14–17 Uhr

Kuratiert von Jürgen Palmer

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Zwischenstation für Mark Twain

Parallel zur Ausstellung von Kerstin Forster präsentiert Jürgen Palmer die Rauminstallation "Zwischenstation für Mark Twain".

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